Badische Zeitung Ausgabe 19. November 2008
Die schönsten Seiten der Stadt Achim Käflein stellt mit „Freiburg“ den ersten neuen Stadt-Bildband seit acht Jahren vor / Salomon „opfert“ sich für die gute Sache
„Wir haben als Stadt gleich ein paar hundert Exemplare geordert“, verkündete Oberbürgermeister Dieter Salomon in seinem Grußwort. Kein Wunder: „Freiburg“ lautet der schlichte Titel des opulenten Bildbandes, der am Montagabend mit viel Musik und einer Multimediashow im Collegium Borromaeum vorgestellt wurde – und mit „Freiburg“ ist auch das Thema der Neuerscheinung umfassend beschrieben.
Die 470 Fotos des Bands sind durchdrungen von dem Willen, Freiburg schön aussehen zu lassen – und das gelingt durchweg. "Wir wollten ein repräsentatives Buch machen“, sagt Achim Käflein, von dem die Bilder des Bandes stammen. Dazu hat der Freiburger Fotodesigner sich der Stadt und ihren Menschen von vielen verschiedenen Seiten genähert: Käflein war nicht nur im Münster und im Museum, sondern unter anderem auch im Stadion und im Konzerthaus, an der Musikhochschule und im Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme, im Colombi-Hotel, an der Universität und im Priesterseminar Collegium Borromaeum – wo nun auch die Präsentation des Bandes stattfand. Der Kontakt zu Hausherr Thomas Ochs war bei den Aufnahmen entstanden. Einen ganzen Tag über habe der Fotograf das Leben im Priesterseminar begleitet, berichtete Ochs, und dabei über 200 Bilder gemacht, von denen schließlich sechs für das Buch ausgewählt wurden. Viele Bilder erinnern an Postkartenmotive: Altstadt und Bächle, Weinberge und Cafés, Münstermarkt und Schlossberg. Käflein findet dazwischen immer wieder reizvolle Motive von Licht und Schatten, etwa wenn die Sonne den Schatten eines Fensterkreuzes aufs Kopfsteinpflaster zeichnet, das an das Freiburger Stadtwappen erinnert. Eine schöne Doppelseite zeigt zwölf Porträts von Studierenden in ihren Wohnheimzimmer, die zeigen, wie groß die Individualität auch beim Gestalten kleiner Räume sein kann. Die Fotos des Bandes werden durch Texte von Alexander Huber ergänzt, dem stellvertretenden Redaktionsleiter der Wochenzeitung Der Sonntag. Huber bietet Hintergrundinformationen zu den Themen, denen Käflein sich in seinen Bildern gewidmet hat. Alle Texte sind doppelt enthalten – auf Deutsch und auf Englisch; so erschließt sich der Band auch Touristen als Zielgruppe. Erschienen ist er im Freiburger Kleinverlag edition kaeflein.de, der von Käfleins Ehefrau geleitet wird. „Wir haben uns schon gefragt, ob sich ein Buch mit einem so regionalen Thema am Markt behaupten kann,“ sagt Annette Trefzer Käflein. Doch seit acht Jahren sei kein neuer Bildband mehr über Freiburg erschienen. So habe man sich vor einem Jahr schließlich zu dem Großprojekt entschieden. Auch ein Gespräch mit Dieter Salomon ist in dem Buch enthalten – und Fotos, die den OB beim Joggen zeigen. Das bot Salomon bei seinem Grußwort Gelegenheit, die Freude am eigenen Bild in bescheiden klingende Worte zu fassen: „Ich habe mich schon gefragt. ob es eine gute Idee ist zu fotografieren, wenn sich ältere Herren sportlich betätigen, erklärte er – um zu ergänzen: „Aber da muss man seine Eitelkeit zurückstellen für die gute Sache.“ Thomas Goebel
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